Bäume anhand der Rinde bestimmen

Illustration einer Hand auf gefurchter Baumrinde mit Mustern verschiedener Rindenstrukturen

An der Rinde kannst du Bäume zu jeder Jahreszeit erkennen – auch wenn die Blätter fehlen. Achte auf drei Merkmale: die Struktur (glatt, gefurcht, abblätternd oder schuppig), das Muster der Furchen und die Farbe. Damit lassen sich viele häufige Garten- und Waldbäume unterscheiden. Ein Rindenfoto in LasWood hilft dir, die Baumart zu bestätigen.

Die vier Rindenstrukturen

Rinde, die auch im Alter glatt bleibt, findet sich nur bei wenigen Bäumen: Buchen mit ihrer grauen, elefantenhautartigen Rinde sowie jungen Ahornbäumen und Stechpalmen. Abblätternde Rinde ist noch auffälliger: Bei der Papier-Birke rollt sie sich in weißen Bahnen ab, bei der Fluss-Birke in lachsfarbenen Fetzen, bei der Schuppenrinden-Hickory in langen senkrechten Streifen und bei der Amerikanischen Platane in tarnfarbenen Flecken. Gefurchte Rinde ist typisch für Eichen, Eschen und Ulmen – hier entscheidet das Muster. Schuppige Rinde mit kleinen, sich an den Rändern lösenden Platten deutet auf Kirschen, ältere Ahornbäume und Kiefern hin.

Furchenmuster richtig lesen

Bei der Weißeiche zerfällt die hellgraue Rinde in senkrechte Blöcke. Die Roteiche zeigt lange, durchgehende Rippen mit glänzenden Streifen in der Mitte – als hätte jemand einen Ski am Stamm entlanggezogen. Bei der Esche bilden die Furchen regelmäßige, schon von Weitem erkennbare Rauten. Die Schwarznuss hat tiefe, schokoladenbraune Furchen. Die Rippen der Ulme kreuzen sich zu groben Rauten und fühlen sich korkig an.

Was Farbe und Stamm verraten

Die Farbe hilft vor allem, wenn andere Merkmale nicht eindeutig sind. Kirschrinde trägt waagerechte Striche, sogenannte Lentizellen, und glänzt dunkel wie angebranntes Papier. Die Amerikanische Platane wird weiter oben am Stamm weiß. Bei Kiefern können graue Rindenplatten im Alter einen zimtfarbenen Ton annehmen, etwa bei der Ponderosa-Kiefer. Narben, Flechten und Feuchtigkeit verändern die Farbe. Beurteile sie deshalb an einem trockenen Tag auf der schattigen Stammseite.

Ein Foto statt Bestimmungsschlüssel

Bestimmungsschlüssel setzen oft voraus, dass du Begriffe wie "gefurcht" und "abblätternd" kennst. Mit einem Foto geht es einfacher: Fotografiere die Rinde auf Brusthöhe und achte darauf, dass ihre Struktur scharf zu sehen ist. LasWood nennt dir die Baumart samt Standort und Steckbrief. Mit derselben Kamera kannst du auch Blätter, Holzmaserung und Bretter bestimmen – im Wald ebenso wie im Holzhandel.

LasWood bestimmt einen Fächerahorn anhand eines Fotos von Blättern und Rinde und zeigt den wissenschaftlichen Namen Acer palmatum an
Fotografiere einen Baum oder lade ein Bild hoch: LasWood erkennt Rinde und Blätter und zeigt die Baumart mit ihrem wissenschaftlichen Namen an.

Häufige Fragen

Welchen Teil des Baums sollte ich zur Bestimmung fotografieren?

Fotografiere die Rinde auf Brusthöhe bei gleichmäßigem Licht, sodass sie den Großteil des Bildes ausfüllt. Ist sie nicht eindeutig, ergänze ein Foto von einem Blatt, einer Knospe oder der gesamten Baumkrone.

Kann ich junge Bäume an der Rinde bestimmen?

Das ist schwieriger, weil die Rinde vieler Arten anfangs glatt und grau ist. Bei jungen Bäumen helfen Knospen und Blattnarben mehr. Spätestens wenn der Stamm etwa armdick ist, zeigt sich meist die typische Rindenstruktur.